2014-03-01

Jason Shawn Alexander

Jason Shawn Alexander
 
ist in Sachen Malerei ein Autodidakt. Seine Arbeiten zeugen von einem enormen handwerklichen und emotionalen Potential, das er ganz klassisch-akademisch mit Ölfarben auf Leinwand zum Ausdruck bringt. Die Dinge, die ihm bei der Arbeit wichtig sind, sagt er, sind Ehrlichkeit und Gefühl. Er möchte mit seinen Bildern nicht nur zum Denken anregen und den Betrachter in seinem Innersten erreichen. Und in der Tat, es gelingt ihm sowohl das Herz als auch die Seele zu berühren. Seine Bilder erinnern an Lucian Freud und enthüllen oftmals in fast unangenehm physischer Verkörperung die Gefühlswelt seiner Modelle.
 
Es ist kaum möglich, sich dieser Intensität zu entziehen und nicht vor seinen Bildern länger stehen zu bleiben. Es ist kaum möglich, sich selber in den gezeigten Szenen nicht zu entdecken. Denn in den dargestellten Figuren spiegelt sich etwas universell Menschliches wider; etwas, was den Betrachter in seinen Bann zieht und ihn bis hin zum Grund des eigenen Ichs zurückführt. Es geht um Gesten und Körperhaltungen. Irritationen im Bildaufbau verstärken die Emotionalität und Intensität des Ausdrucks. Die Erscheinung der Modelle ist sehr physisch. Ihre Haut hat eine ungesunde Farbe und die Venen sind sichtbar durch eine fast transparente Haut, die nicht richtig zu passen scheint. Innerste Gefühle drücken sich durch physisches Unbehagen aus. Gliedmaßen erscheinen seltsam verlängert oder verzerrt. Persönlichkeiten sind gespalten, tragen Masken oder haben unheimliche Doppelgänger. Die Körper sind faszinierend aber nicht gefällig, was schwierig macht, ihnen standzuhalten. Sie befinden sich in einem Zustand zwischen Schmerz und Sorge. Die eigentliche Aussage ist jedoch die des Überlebens und Bestehens, die der Hoffnung.
 
Einen Kontrast zu den malerischen Werken Alexanders stellen seine Zeichnungen dar, die zusammen mit den Gemälden in der Galerie Strychnin gezeigt werden. Jason Shawn Alexander hat unter anderem für Warner Brothers, Hasbro, White Wolf Inc. und Dalmatian Press als Illustrator gearbeitet. Er wurde mit der Silbermedaille der Society of Illustrators - Los Angeles ausgezeichnet und für seine Illustrationen, zu denen u.a. auch "Abe Sapien - The Drowning" von Mike Magnola ("Hellboy") zählen, für zwei Eisner Awards nominiert. Seine Zeichnungen, die ausschließlich mit Tintenschreiber gezeichnet werden, bedienen sich des Genres des Comic‘ Noire, der von ganz vielen Zombies, Monster und Dämonen bevölkert wird. Aber auch hier, bei aller Reduktion auf das Grafische, lässt sich die Handschrift Alexanders in der Expressivität des Gestus seiner Figuren und in der Konzentration auf eine Momentaufnahme erkennen.

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